Zeit und Ewigkeit

Multidimensionale Zeit und Ewigkeit

Das Guiness-Buch der Rekorde nennt als größte Zeiteinheit das Kalpa der altindischen Zeitrechnung:
4 320 000 000 Jahre!
So ehrend diese Auszeichnung auch ist, aber das Kalpa ist nicht die größte Zeiteinheit. Die altindische Zeitrechnung kennt noch zwei größere Zeiteinheiten: das Parardha und das Brahmayu. Diese Zeitspannen sind so lang, dass man sie nicht einmal mehr astronomisch nennen kann, denn sie übertreffen das heute geschätzte Alter des Universums (10-20 Milliarden Jahre) um ein Vielfaches.
Was ist dann der Nutzen solche riesiger Zeiteinheiten? Sie beschreiben – gemäss vedischer Kosmologie – das Alter des Universums! Wann entstand das Universum? Wenn die modernen Kosmologen diese Frage zu beantworten versuchen, setzen sie das Alter des Universums mit dem Alter der Sterne gleich – und das ist unlogisch, genauso wie wenn man das Alter eines Urwaldes mit dem Alter seiner Bäume gleichsetzen würde.
Wer die vedische Kosmologie unvoreingenommen studiert, muss einräumen, dass man hier auf Erkenntnisse stösst, die der heutigen Menschheit seit kurzem erst wieder bekannt sind: dass Materie letztendlich Energie ist, dass das Universum durch Ausdehnung entstand und dass die Planeten einer Evolution unterliegen.
Auch in den besten Sternwarten der Antike wäre es unmöglich gewesen, diese Erkenntnisse zu erlangen. Wie kommt es dann, dass die vedische Wissenschaft dies alles wusste und noch viel mehr? Während die heutigen Geschichtsforscher über diese Fragen spekulieren oder sie rundweg ignorieren, äussern sich die vedischen Schriften ohne Geheimnisse und Umschweife: In früheren Zeitaltern hatten die Menschen direkten Kontakt mit Gott und den Göttern und bekamen von ihnen den notwendigen Einblick in die Zusammenhänge des Lebens. Um sicherzustellen, dass dieses einzigartige Wissen (Veda) auch im anbrechenden Kali-Zeitalter erhalten blieb, entschlossen sich die großen Weisen vor fünftausend Jahren, allen voran Vyasadeva, dieses Wissen schriftlich festzuhalten.
Den göttlichen Ursprung des Veda erkennt man vor allem dann, wenn man dessen Kernaussage (religio / yoga) verinnerlicht. Aber auch vom wissenschaftlichen Standpunkt aus erscheint der Anspruch eines göttlichen Ursprungs glaubwürdig, denn die vedischen Schriften erwähnen neben den bereits erwähnten kosmologischen Erkenntnissen, die an sich schon sensationell genug sind, noch viele andere Zusammenhänge, z.B. die Relativität der Zeit im Universum.
Noch nicht einmal einhundert Jahre sind es her, seit Albert Einstein mit Gedankenexperimenten die Relativität der Raumzeit erkannte und aufzeigte, dass bei hohen Geschwindigkeiten (in der Nähe der Lichtgeschwindigkeit) im Vergleich zur Erde sogenannte Zeitdilatationen auftreten. Um seine Erkenntnis zu veranschaulichen, gab Einstein das Beispiel von Zwillingen, von denen der eine mit einer Superrakete einen Raumflug antritt, während der andere auf der Erde bleibt. Wenn der Astronaut nach ein paar Monaten oder Jahren auf die Erde zurückkehrt, wird er erstaunt feststellen, dass sein Zwillingsbruder Jahrzehnte älter geworden ist! Aufgrund der hohen Geschwindigkeit lief die Zeit in seiner Superrakete (im Vergleich zur Erde) langsamer ab. Er selbst hatte überhaupt nichts gemerkt, denn in seinem Bezugssystem (Rakete) war die Zeit völlig „normal“ weitergelaufen. Hätte man die beiden Bezugssysteme „Erde“ und „Rakete“ gleichzeitig gesehen, hätte sich jedoch ein ungewohnter Anblick geboten: Aus der Sicht der Rakete wäre das Weltgeschehen wie in einem Zeitraffer abgelaufen. Aus der Sicht der Erde wäre das Raketenleben in Zeitlupe abgelaufen. Je höher die Geschwindigkeit, desto langsamer erscheint der Zeitablauf.
Dieser Gedankengang schlug sich vor allem in der Atomphysik nieder. Weil viele Elementarteilchen zerfallen, bevor man an ihnen irgend etwas messen kann, wurden diese Teilchen nun beschleunigt. Kommen Protonen, Elektronen, Quarks usw. in die Nähe der Lichtgeschwindigkeit, erfolgt ihr Zerfall aus der Sicht des irdischen Bezugssystems in Zeitlupe, so dass es plötzlich möglich wird, das Atom zu analysieren, bevor es sich umwandelt.
Die vedische Wissenschaft geht über blosse Gedankenexperimente hinaus, benötigt jedoch keine destruktive Nukleartechnologie, denn sie kennt die Ursache der Raum-Zeit-Relativität: die Multidimensionalität des Universums. Nicht nur in superschnellen Raketen läuft die Zeit (im Vergleich zur Erde) langsamer ab, sondern auch auf den materiellen Dimensionsebenen mit höherer Schwingungsfrequenz (= geringere Verdichtung). Dies eröffnet ein vollkommen neues Verständnis von Raum, Zeit und Ewigkeit.
Bei allen nachfolgenden Erklärungen muss man sich immer wieder fragen: Wie konnten die vedischen Wissenschaftler dies wissen? Sie kannten Zeiteinheiten bis hinauf zu kosmischen Größen und bis hinunter in den atomaren Quantenbereich.
In diesem Zusammenhang schreibt Charles Berlitz, ein Sprachgenie (er sprach über zwanzig Sprachen) und einer der erfolgreichsten grenzwissenschaftlichen Sachbuchautoren, im Aufsatz Verblüffende Funde Funde aus der Vorgeschichte:
„Unerwartete Hinweise auf neueste Entwicklungen unserer technologischen Zivilisation sind in zahlreichen alten Schriften Indiens gegenwärtig, die, anders als viele Dokumente der westlichen Welt, dem Feuer und der Zerstörung entgangen sind. Als wären sie heute geschrieben und nicht vor Tausenden von Jahren, beschäftigen sie sich mit Gegenständen wie der Relativität von Zeit und Raum, kosmischen Strahlen, dem Gesetz der Schwerkraft, Strahlung, der kinetischen Energie und der Atomkraft. Die Vaisesika-Schule wissenschaftlicher Philosophen im alten Indien entwickelte oder bewahrte die Theorie, dass Atome sich in unaufhörlicher Bewegung befinden. Sie unterteilen die Zeitmessung in eine Reihe unglaublicher Sekundenbruchteile, von denen der winzigste als die „Periode“ angesehen wurde, die ein Atom braucht, um seine eigene Raumeinheit zu durchqueren.“
Der vedischen Kultur ging es bei diesem Wissen nicht um technologisch-kommerzielle Zwecke, sondern um die Erkenntnis der Rolle und Aufgabe des Menschen im Universum, denn diese Erkenntnis zeigt wertvollste Ergebnisse für alle Menschen, im Gegensatz zu den destruktiven Konsequenzen der modernen technologischen Illusion. (Es wurde versprochen, die neuen Technologien und Computer würden das Leben der Menschen erleichtern. Aber noch nie waren die Menschen so gestresst wie heute! Noch nie hatten die Menschen so wenig Zeit wie heute! Irgendwie hat sich in der modernen Zeitrechnung ein Fehler eingeschlichen.)

Armin Risi, Auszug:„Gott und die Götter“, Armin Risi, Govinda Verlag, S. 147